Patientengruppen

Es lassen sich insgesamt vier verschiedene Patientengruppen ausmachen, bei denen ein unterschiedliches Reha- und Therapieziel besteht.

Lesen Sie dazu auch den Artikel “Was Sie bei uns erwartet”

1. nichtonkologische Patienten:

Hier handelt es sich z. B. um Schmerzpatienten, Hautpatienten oder Patienten mit chronischen Darmkrankheiten, die schon jahrelang ambulant behandelt wurden und bei denen die üblichen schulmedizinischen Therapieverfahren zur keiner wesentlichen Besserung eines andauernd geschädigten Allgemeinzustandes geführt hatten. Diese Patienten kommen zur alternativen / ganzheitsmedizinischen Therapie gezielt mittels unkonventioneller Methoden wie Akupunktur, Darmsanierung etc. um im stationären Rahmen dauerhaft den Krankheitsverlauf zu verbessern. Von einer Behandlungsdauer von drei Wochen ist regelhaft auszugehen.

2. Reha – Patienten mit onkologischer Diagnose:

Hierunter verstehen wir Patienten, die z. B. nach Durchführung einer Operation oder einer Chemotherapie eine Erholung oder Aufbaubehandlung bedürfen. Es kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die sowohl die körperliche Seite (Bewegungstherapie, Diätetik, Misteltherapie,…) als auch die seelische Seite (Chi Gong, Entspannungstraining, psychotherapeutische Einzelgespräche,…) berücksichtigen. Solange keine schweren psychischen oder körperlichen Symptome oder Defizite vorliegen, kann von einer Regelbehandlungsdauer von drei Wochen ausgegangen werden.

3. Patienten mit fortgeschrittenen, symptomatischen, onkologischen Tumorkrankheiten:

Diese Patientengruppe stellt mit ca. 80 % den größten Anteil in unserer Klinik dar. Meistens handelt es sich um Patienten, bei denen die üblichen Therapieverfahren bereits absolviert wurden und nicht zu einer ausreichenden Verbesserung geführt haben. Es stehen nurmehr tertiäre Möglichkeiten (oder gar keine) zur Verfügung. Oder es handelt sich um Tumorarten, die einer vernünftigen onkologischen Therapie schlecht zugänglich sind, da die Chemotherapie erfahrungsgemäß wenig bewirkt. Diese Patienten sehen sich in einer aussichtslosen Lage, sie suchen ultimativ nach Hilfe in einer schlimmen Situation. Sie haben meist erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität durch körperliche Symptome wie Schmerzen, Therapiefolgen anderer vorausgegangener onkologischer Therapien, Verstümmelung, funktionelle Beeinträchtigung oder seelische reaktive schwere Veränderungen (Angst vor dem baldigen Ende). Dazu kommen schwere Allgemeinsymptome, die häufig die Hauptklage des Patienten darstellen wie Müdigkeit, allgemeine Schwäche und Appetitlosigkeit, was man bei fortgeschrittenen Tumoren häufig findet, jedoch therapeutisch schwer zugänglich ist. Es handelt sich meistens um lokal fortgeschrittene Tumoren oder Tumoren mit ausgedehnten Metastasierungen in der Leber, Lunge, etc. . Diese Patienten fühlen sich in einer therapeutischen Lücke, da ihnen von ihrem Hausarzt oder behandelnden Onkologen keine vernünftigen Therapien vorgeschlagen werden können, andererseits der Ansatzpunkt für eine palliativmedizinische Behandlung in der Terminalphase noch nicht gekommen ist.
Der Leidens- und Behandlungsdruck dieser Patienten ist erheblich. Entsprechend aufwändig ist die stationäre Therapie dieser Patienten in unserer Klinik. Sie benötigen häufige Zusprache, etliche Visiten, pflegerische Ansprache, psychotherapeutische Gespräche, Entspannungstraining, Aufbauinfusionen, Schmerzinjektionen, Schmerztherapie, Symbioselenkung für den Darm, spezielle Ernährung, physikalische Therapie, Bewegungstherapie, und vieles andere mehr. Je nach Reaktionsstärke eines Patienten werden die Möglichkeiten der biologischen Tumorbehandlung eingesetzt z. B. bei geschwächten Patienten werden Mistelinfusionen regelmäßig durchgeführt, um einen zytostatischen Effekt zu erreichen. Bei Patienten mit einem kräftigeren Zustand können auch stärker reizende Naturheilverfahren eingesetzt werden bis hin zur Ganzkörperhyperthermie. Diese stellt bezüglich der Immunstimulation und Immunmodulation die Königsdisziplin der biologischen Tumorbehandlung dar, erfordert aber Krafteinsatz des Patienten, der ihm erst ermöglicht werden muss. Die Ganzkörperhyperthermie wird grundsätzlich in Behandlungsserien (= Zyklen) durchgeführt. Eine Behandlungsserie besteht optimalerweise aus acht Anwendungen, wobei zwei Hyperthermien pro Woche durchgeführt werden können. Hieraus resultiert bei einer einwöchigen Aufbauphase und einer vierwöchigen Therapiephase mit acht Hyperthermien eine Gesamtbehandlungsdauer von fünf Wochen. In dieser Zeit können alle anderen notwendigen Therapiemaßnahmen in den Zwischenräumen untergebracht werden. Dieser Patientenklientel erfordert eine hohe Betreuungs- und Therapiedichte, so dass der Aufenthalt in unserem Hause einem Krankenhausaufenthalt gleichkommt.
NB: Auch subjektiv sehen sich die Patienten der o. g. drei Kategorien nicht als Kurpatienten, sondern als Kranke, die eine Behandlung in stationärer Form dringend benötigen.

4. Patienten im Palliativstadium einer onkologischen Erkrankung:

Es ist nicht die Aufgabe der Vita Natura Klinik in der letzten Phase einer Erkrankung tätig zu werden. Hierfür stehen üblicherweise die Möglichkeiten einer AAPV, einer SAPV und die Dienste von ambulanten und stationären Hospizen zur Verfügung.

Ausnahmen bestätigen die Regel, bedürfen aber der indivduellen Absprache mit unseren Ärzten.  Manchmal läßt sich unerwartet viel Lebensqualität gewinnen! Bettlägerige Pflegepatienten dürfen nicht aufgenommen werden.