Bachblütentherapie

Bachblütentherapie gegen die seelischen Nöte bei Krebs

Die Unterstützung unserer Patienten auf allen Ebenen des Daseins ist unser Hauptanliegen. Natürlich ist auch die Seele nach einer Diagnosestellung in Mitleidenschaft gezogen. Die Blütentherapie nach Dr. Edward Bach hat sich als zusätzlich unterstützende Methode in der Klinik sehr bewährt. Wenn es um die Verarbeitung, die Annahme oder auch um die unterstützende Behandlung von Nebenwirkungen geht, stehen die Bachblüten als Helfer zur Verfügung.

Die Patienten erhalten eine individuelle Mischung verordnet, die ganz auf die persönliche Situation abgestellt ist.

Was ist Bach- Blütentherapie?

Seit 1996, als in der Sendung „Schreinemakers“ diese wundervolle Therapieform vorgestellt wurde, ist ein Boom für die Blütenessenzen ausgebrochen, der auch heute noch anhält. Mittlerweile sind bei uns in Deutschland neben den Bach-Blüten noch sehr viele andere Essenzen bekannt, die aber alle den Bekanntheitsgrad von den durch Dr. Edward Bach entwickelten Blütenessenzen noch lange nicht erreicht haben. Dr. Bach hatte zum Ende seiner Lebenszeit den Wunsch eine einfache Methode zur Heilung zu finden. Er hatte sich lange schon mit Homöopathie und Nosoden beschäftigt, war aber ob der manchmal komplizierten Mittelwahl unzufrieden. Zurückgezogen in seine Heimat Wales, entdeckte er auf einem seiner Spaziergänge ein taubenetztes Blütenblatt, das er sich in den Mund legte und spürte aufgrund seiner großen Sensibilität, dass dieser Tau eine besondere Kraft in sich hatte, die einem seiner Patienten gut tun würde.

Durch diesen Zufall bestärkt machte er sich auf die Suche nach anderen Blüten und fand bis zum Ende seines Lebens 38 Pflanzen, deren Essenzen ganz unterschiedliche Seelenzustände auszubalancieren vermögen.

Sind die Bach-Blüten Homöopathie?

Wir haben es mit den Bach-Blüten nicht mit Homöopathie zu tun. Die Herstellungsweise unterscheidet sich nämlich gänzlich von der Potenzierung homöopathischer Mittel. Dr. Bach legte die gefundenen Blüten einer Pflanzensorte auf ein großes Wassergefäß und stellte dieses in die Sonne. Die Kraft der Sonne imprägnierte die Blütenkraft auf das Wasser, welches dann nur noch mit schottischem Brandy haltbar gemacht wurde. Nach diesem Originalrezept werden auch heute noch die Bach-Blüten hergestellt. Man kann daher auch diese Essenzen ohne Probleme mit der Einnahme von homöopathischen Mitteln kombinieren, da sie auf unterschiedlichen Wirkebenen agieren. Neben der eben beschriebenen „Solarisierungsmethode“ gibt es noch die Kochmethode, bei der frühblühende Blüten ausgekocht werden, da hier die Sonnenkraft noch nicht stark genug ist.

 

Und wie können sie eingesetzt werden?

Nun gerade in der Palliativmedizin haben wir es mit Patienten zu tun, die meist ein seelisches Problem mit sich herumtragen. Allein die Situation vom eigenen Arzt gesagt zu bekommen, man könne jetzt schulmedizinisch nichts mehr zur Heilung tun, sondern nur noch Symptome lindern, bringt den Patienten in eine absolute seelische Dysbalance. Dieser Schock ist erst einmal zu verkraften. Hierbei könnten die Bach-Blüten eine wunderbare Unterstützung darstellen. Zum Beispiel ist die Essenz von Star of Bethlehem (Doldiger Milchstern) sehr gut geeignet um seelische, aber auch körperliche Verletzungen besser zu verarbeiten. Wir nennen sie in der Bach-Blütentherapie auch die Seelentrösterblüte. Sie sollte in keiner ersten Mischung fehlen, da wir alle unsere kleinen oder größeren Schicksalsschläge erlebt haben.

Wenn ich von Mischung spreche, dann heißt das, dass ein Therapeut für seinen Patienten bis zu 7 Blüten in eine Mischflasche mit verordnen kann. Diese werden dann vom Apotheker hergestellt. Der Patient nimmt dann nomalerweise 4 mal täglich 4 Tropfen.

 

Der Palliativschock!

Zur weiteren Ergänzung einer „Palliativschockmischung“ , wie ich sie gerne nenne, wird dann noch Gorse (Stechginster) gegeben. Dieser hilft aus einer pessimistischen Sichtweise wieder in die Hoffnung hineinzukommen. Ich halte generell die Einteilung von curativer und palliativer Medizin für einen groben Unsinn. Wir wissen heute durch die moderne Hirnforschung und der Idiolektik, welche Macht Worte über uns haben. Wird ein Patient nun also als Palliativpatient eingestuft, dann hat alleine diese Beurteilung eine dermaßen negative Auswirkung auf ihn, dass dies für mich schon fast einem Verbrechen gleich kommt. Viele werden jetzt vielleicht das Recht auf Aufklärung anführen wollen. Aber worüber können wir denn den Patienten aufklären? Doch nur über unsere eigenen Grenzen! Wir als Behandler können dem Patienten jetzt nichts mehr anbieten, aber heißt das, dass der Patient jetzt nur noch palliativ behandelt werden kann? Ich meine nein!

Wenn wir die Hoffnung also mit Gorse unterstützen und wieder wecken, so muss der Patient auf seinem Weg noch manche Hürde nehmen, falls er sich für Behandlungsalternativen entscheidet. Hierbei kann die Bach-Blüte Walnut (Walnuss) sehr schön helfen. Sie ist die Blüte für den erleichterten Neubeginn. Man hat sich für etwas entschieden, ist aber noch unsicher, ob es die richtige Entscheidung war. Ganz oft wird ja sogar von behandelnden Ärzten Skepsis bis hin zur Ablehnung von Alternativen entgegengebracht. Hierbei kann Walnut helfen, den eingeschlagenen Weg leichter zu gehen.

 

Die Notfallmischung, immer parat!

Neben individuellen Mischungen, die ganz spezifisch auf die Situation des einzelnen Patienten abgemischt werden können, empfiehlt es sich gerade im „palliativmedizinsichen“ Kontext die Notfallmischung (Rescue-Remedy) zur Verfügung zu haben. Wie leicht passieren im Alltag kleine Situationen, die sich schnell zu größeren Problemen auswachsen können. Hier können ein paar Tropfen der „Rescues“, wie sie im Volksmund genannt werden, in einem Wasserglas, schluckweise getrunken, schnell eine Ausbalancierung erreichen. Dabei können den Mikrotraumatisierungen schnell vorgebeugt werden und eine bessere Genesungsbasis geschaffen werden.

Auch in der Angehörigenarbeit sind sie eine unverzichtbare Hilfe. Wir haben in der Klinik immer wieder festgestellt, dass oftmals die Patienten mit ihrer Erkrankung besser umgehen können, als ihre Angehörigen. Gerade nach schlechten Blutwerten, die einem der Arzt wieder einmal verkünden muss, bietet sich eine Gabe Notfalltropfen als Sofortmaßnahme an.

Aber auch in der Hyperthermiebehandlung, eine naturheilkundliche Fiebertherapie bei Krebserkrankungen, wenn die Körpertemperatur über 38°C steigt, kommen manche Patienten an ihre Grenzen. Eine Wasserglasgabe der Notfalltropfen kann dann ganz schnell die aufkommende Unruhe wieder zurückfahren und die Temperatur kann weiter nach oben gehen.

 

Weitere Wirkspektren

Natürlich können in diesem kleinen Artikel nicht alle 38 Essenzen ausführlich beschrieben werden, Ich möchte aber dennoch einige Bach-Blüten näher beleuchten, weil sie mir gerade in palliativer Situation sehr hilfreich erscheinen.

Ntürlich sind die beiden Angst-Blüten Aspen (Espe) und Mimulus (gefleckte Gauklerblume) sehr häufig im Einsatz. Aspen dient dabei bei nicht genau benennbaren Ängsten, also eher einem untergründigen Grauen. Dieses ist gerade bei Krebspatienten ein häufiger „Gast“. Das nicht wissen was kommt, was noch alles auszuhalten sein wird, kann mürbe machen. Hier wirkt Aspen ermutigend und hilft sich den Weg wieder klarer zu gehen.

Bei Mimulus sind es eher die konkreten Ängste auf dem Weg: der nächste Arztbesuch, die nächste Chemo, was auch immer. Mimulus hilft einen realistischen Bezug zu den eigenen inneren Horrorszenarien wieder herzustellen und sich dann tapfer der Realität zu stellen. Überempfindlichkeit kann dadurch etwas ausbalanciert werden.

Ergänzend kann noch auf Rock-Rose (Gelbes Sonnenröschen) hingewiesen werden. Diese Blüte wird als Panikblüte bezeichnet. Wenn uns also Ängste zu überwältigen drohen, wir meinen den Verstand zu verlieren, dann kommt sie zum Einsatz. Gerade auch im Sterbe-oder Trauerprozess kann sie sehr hilfreich sein.

 

 

Können Bach-Blüten einfach „aus dem Kittel“ dem Patienten gegeben werden?

Die rechtliche Situation in Deutschland ist nicht ganz eindeutig. Eine OLG Hamburg Entscheidung aus dem Jahr 2008 hat Bach-Blüten als Lebensmittel eingestuft und damit die Verabreichung vereinfacht. Allerdings halten sich nicht alle Landesbehörden an diese Einschätzung und sehen die Essenzen als Arzneimittel an.

Deshalb ist es unumgänglich bei den zuständigen Behörden eine Einschätzung vornehmen zu lassen, um nicht mit dem Gesetz (AMG) in Konflikt zu kommen.

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