Orthomolekulare Medizin

Vitamin A und C

Vitamine finden in der Onkologie Verwendung zum einen als Antioxidanzien und sollen körpereigene Reparaturmechanismen auf molekularer Ebene unterstützen. Zusätzlich haben besonders Vitamin C und A direkte Wirkungen auf den Tumor. Z.B. konnte bei Patienten mit Bronchial-Carcinomen mit einer Vitamin-A-Hochdosis-Therapie die Überlebenszeit verdoppelt werden (Krebstherapie mit Vitamin A, in: Heinrich Wrba: Kombinierte Tumor-Therapie, Hippokrates Verlag 1992).

Vitamin E

wirkt synergistisch mit Vitamin C und daher gleichzeitig verordnet. In einer Doppelblindstudie bei Blasenkrebs konnte durch hochdosierte kombinierte Vitamin-Gaben das Rezidiv-Risiko erheblich gesenkt werden (Lamm D.L. et al, Megadose vitamins in bladder cancer, Journal of Urology 151, 1/1994)

Spurenelemente: Am häufigsten verwendet werden Zink und Selen.

Beide Elemente sind gerade bei gesunder (vegetarischer) Ernährung zu wenig im Körper vorhanden und müssen substituiert werden. Beide Spurenelemente sind Bestandteile antioxidativer Systeme im Stoffwechsel und beeinflussen das Immunsystem günstig. Unter Seleneinnahme ist zusätzlich eine Verringerung der Nebenwirkungsrate einer Chemotherapie an Niere und Herz bekannt. Diese Spurenelemente sollten nicht zusammen mit Vitamin C und nicht nach der Mahlzeit eingenommen werden, da deren Resorption gestört werden könnte.
Einige Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe , die als Aufbau- bzw. Wachstumsfaktoren bekannt sind, werden bei Tumorkrankheiten wenn möglich vermieden; hierzu gehören B12, Folsäure und Eisen. Von Komplettmischungen wird daher abgeraten, zudem die Gabe einzelner und gezielter Substanzen billiger ist.

Neue Erkenntnisse liegen zu den sekundären bzw. bioaktiven Pflanzenstoffen vor.

Diese Stoffe sind zwar nicht lebensnotwendig, haben aber wünschenswerte biologische Wirkungen. Im Tierversuch stellte sich heraus, dass die Phytinsäure (in Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchten) Ratten vor Krebsentstehung schützen konnte. Polyphenole (Kartoffeln, Randschicht von Weizen) bieten einen Schutz gegen den Angriff freier Radikale; ähnlich wirken die Flavonoide (Grünkohl, Knoblauch, Zwiebel, grüner Tee). Das Lycopen aus der Tomate wirkt protektiv gegen Krebs, ebenso die Terpene aus ätherischen Ölen (Minze, Kümmel, Zitrone). Eine Schutzwirkung gegen hormonabhängige Tumoren (Brust, Gebärmutter) finden Frauen in Phytoöstrogenen aus Soja (Übersicht: Dittrich K., Leitzmann C., Bioaktive Substanzen, Thieme Verlag 1996) Die Substanzen sind in Kapselform erhältlich, jedoch kann man sich die Ausgaben sparen und dafür den Ernährungsplan koordinieren und ergänzen.

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